Rostock
Rostock, Germany

Elektrische Widerstandsmessung / VES in Rostock: Geoelektrik für den Baugrund

In Rostock sehen wir oft, dass die quartären Beckenablagerungen der Warnow-Niederung elektrisch sehr heterogen reagieren. Die Vertikale Elektrische Sondierung liefert hier ein kontinuierliches Tiefenprofil des spezifischen Widerstands – ohne Bohrung, ohne gestörte Proben. Genau das ist der Vorteil, wenn im Stadtgebiet zwischen Kröpeliner Straße und Reutershagen die Leitfähigkeit des Untergrundes bestimmt werden muss. Rostock mit seinen 210.000 Einwohnern hat eine komplexe Mischung aus Geschiebemergel, Sanden und anthropogenen Auffüllungen. Eine reine Rammkernbohrung stößt da schnell an Grenzen. Die VES-Methode ergänzt das Baugrundmodell dort, wo laterale Wechsel auf kurze Distanz auftreten. Die DKGE-zertifizierten Fachleute setzen Schlumberger-Arrays ein, um die Eindringtiefe systematisch zu variieren und den Schichtaufbau auch in Tiefen über 20 Meter zu erfassen.

Mit VES kartieren wir den Untergrund tiefenorientiert – dort, wo Bohrsondierungen an ihre Grenzen stoßen.

Leistungsmerkmale in Rostock

Wir erinnern uns an ein Projekt nahe des Rostocker Überseehafens: Für eine geplante Kaianlage sollte die Süßwasser-Salzwasser-Grenze im Untergrund kartiert werden. Eine klassische Rammkernbohrung hätte nur punktuelle Einblicke geliefert und wäre bei den rolligen Sanden der Küstenheide kaum repräsentativ gewesen. Die VES-Sondierung zeigte dagegen auf ganzer Länge den Übergang vom hochohmigen Sand zum niederohmigen, salinaren Grundwasserleiter. Solche Kontraste sind in Rostocks Küstenlage typisch. Die elektrische Widerstandsmessung braucht nur die vier Elektroden auf der Oberfläche. Der Messstrom breitet sich im Untergrund aus, und die Spannungsantwort wird aufgezeichnet. Daraus berechnen wir den scheinbaren spezifischen Widerstand in Abhängigkeit von der Elektrodenentfernung. Die Inversion der Messkurve liefert ein geschichtetes Modell des Untergrundes. So erkennen wir Geschiebemergelhorizonte, Torflinsen und den Grundwasserspiegel zuverlässig, ohne den Boden zu verletzen.
Elektrische Widerstandsmessung / VES in Rostock: Geoelektrik für den Baugrund
Elektrische Widerstandsmessung / VES in Rostock: Geoelektrik für den Baugrund
ParameterTypischer Wert
VerfahrenSchlumberger-Array, 4-Punkt-Messung
Eindringtiefebis 50 m (je nach Untergrund)
MessgrößeScheinbarer spezifischer Widerstand (Ohm·m)
Normative GrundlageDIN 50929-3, DIN 4020
Messdauer je Sondierungca. 45 Minuten
ErgebnisWiderstands-Tiefenprofil, Schichtmodell
ZertifizierungDIN EN ISO 22475-1

Kritische Bodenfaktoren in Rostock

Der klassische Fehler in Rostocker Projekten: Man verlässt sich auf wenige Bohrprofile und interpoliert die Schichtgrenzen linear. Gerade im Warnow-Urstromtal liegen aber Rinnen mit organischen Weichschichten, die elektrisch extrem niederohmig sind und in Bohrrastern leicht übersehen werden. Wer hier ohne geoelektrische Ergänzung plant, riskiert Setzungsdifferenzen, die später die Bodenplatte reißen lassen. Ein zweites Risiko ist die Korrosion von Stahlfundamenten in salzhaltigen Grundwässern. Die elektrische Widerstandsmessung quantifiziert das Gefährdungspotenzial direkt über den spezifischen Bodenwiderstand. Unter 30 Ohm·m wird es kritisch. In Hafennähe messen wir regelmäßig Werte unter 10 Ohm·m. Ohne VES bleibt das Korrosionsrisiko eine unbekannte Größe. Das kann teuer werden, wenn Erder, Spundwände oder Anker vorzeitig versagen.

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Antwort innerhalb von 24h.

Anwendbare Normen: DIN 50929-3: Korrosionswahrscheinlichkeit metallischer Werkstoffe, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO 22475-1: Geotechnische Erkundung und Untersuchung

Unsere Leistungen

Die geoelektrische Erkundung in Rostock umfasst zwei Kernleistungen, die wir auf das lokale Baugrundmodell abstimmen:

VES-Einzel- und Profilsondierung

Punktuelle Tiefensondierung zur Bestimmung von Schichtgrenzen und Grundwasserhorizonten. Ideal für Gründungsberatung in der Hansestadt, wo Mergel und Sande wechseln.

Korrosionsgutachten nach DIN 50929-3

Bewertung des Korrosionsrisikos für Stahl im Boden anhand des spezifischen Widerstands. Relevant für Erder, Anker und Spundwände im küstennahen Bereich Rostocks.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine VES-Sondierung in Rostock?

Die Kosten für eine vertikale elektrische Sondierung in Rostock liegen üblicherweise zwischen €560 und €1050, abhängig von der gewünschten Eindringtiefe und der Anzahl der Messpunkte. Bei Profilmessungen entlang einer Trasse erstellen wir gern ein individuelles Angebot.

Bis zu welcher Tiefe kann die VES in Rostocks Böden messen?

In den sandig-mergehaltigen Böden Rostocks erreichen wir mit dem Schlumberger-Array zuverlässig Tiefen zwischen 25 und 50 Metern. Entscheidend ist der Kontrast im spezifischen Widerstand: Je markanter die Schichtwechsel, desto präziser die Tiefenauflösung.

Ersetzt die elektrische Widerstandsmessung eine Bohrung?

Nein, sie ergänzt sie. Die VES liefert ein kontinuierliches geoelektrisches Profil, das wir mit punktuellen Bohrungen kalibrieren. So entsteht ein lückenloses Baugrundmodell, das die geotechnische Planung in Rostock auf eine sichere Basis stellt.

Wie wird die Korrosionswahrscheinlichkeit bestimmt?

Nach DIN 50929-3 wird der spezifische Bodenwiderstand gemessen und in Korrosionsklassen eingeteilt. Werte unter 30 Ohm·m zeigen ein hohes Risiko an. In den salzbeeinflussten Grundwässern nahe der Ostsee ist diese Auswertung für Rostocks Bauvorhaben essenziell.

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