In Rostock beobachten wir immer wieder, dass Baugrundgutachten auf den ersten Metern eine hohe Tragfähigkeit versprechen, darunter aber holozäne Beckentone und Mudden lagern, die bei Belastung unerwartet stark nachgeben. Genau hier setzt die Bemessung von Schottersäulen an: Statt das Gebäude auf teuren Tiefgründungen abzusetzen, verbessern wir den anstehenden Boden durch lastverteilende, steife Säulen aus verdichtetem Grobschlag. Die Herausforderung an der Warnow ist oft der schwankende Grundwasserspiegel, der in Ufernähe nur wenige Dezimeter unter Gelände ansteht und bei der Rüttelstopfverdichtung eine präzise Steuerung von Wasserzugabe und Verdichtungsenergie erfordert. Unser Team greift dabei auf Erfahrung mit vergleichbaren Bremer und Wismarer Tonböden zurück und kombiniert die Säulenbemessung bei Bedarf mit einer CPT-Sondierung, um die Tiefenlage der tragfähigen Schicht zentimetergenau zu erfassen.
Eine korrekt bemessene Schottersäule kann den Verformungsmodul eines weichen Bodens um das Drei- bis Fünffache erhöhen.
Leistungsmerkmale in Rostock

Kritische Bodenfaktoren in Rostock
Auf der Baustelle kommt ein elektrisch angetriebener Tiefenrüttler zum Einsatz, der an einem Seilbagger oder Spezialmäkler hängt und mit Druckluft- oder Wasserunterstützung bis in Tiefen von 15 Metern abteuft. Das Schottersäulenverfahren birgt in Rostock ein spezifisches Risiko: die unkontrollierte Verdrängung weicher, wassergesättigter Torflinsen in seitliche Bereiche, was zu Hebungen auf Nachbargrundstücken führen kann. Wir begegnen dem mit einer engen Hebungsüberwachung über Schlauchwaagen und einer gestaffelten Herstellung, bei der die Säulen in mehreren Durchgängen vom Rand zur Mitte eingebracht werden. Ein weiteres Augenmerk gilt dem Einsturz des Bohrlochs im oberflächennahen Bereich – hier wird mit einer verlorenen Überrohrverrohrung oder einem Vorschottern der ersten Meter gearbeitet, bevor der Rüttler in die Tiefe geht. Bei Bauvorhaben nahe der denkmalgeschützten Backsteingotik in der Kröpeliner Straße ist die Erschütterungsüberwachung über Schwingungsaufnehmer ohnehin Pflicht.
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Unsere Leistungen
Die Planung einer Baugrundverbesserung mittels Schottersäulen geht weit über das reine Setzen der Säulen hinaus. Wir begleiten Rostocker Projekte von der ersten Baugrunderkundung bis zur Abnahme der verdichteten Säulen. Unsere Leistungen umfassen:
Geotechnische Bemessung nach Priebe
Wir führen den rechnerischen Nachweis der inneren und äußeren Tragfähigkeit des Säulen-Boden-Systems. Dazu gehören die Bestimmung des Verbesserungsfaktors, der Nachweis gegen Grundbruch, die Abschätzung der zu erwartenden Setzungen sowie die Festlegung von Raster, Durchmesser und Einbindetiefe der Säulen in den tragfähigen Mergel. Die Bemessung erfolgt nach Eurocode 7 und wird durch FE-Berechnungen bei unregelmäßiger Geometrie ergänzt.
Qualitätssicherung und Probefeld
Vor der Serienausführung legen wir ein Probefeld mit drei bis fünf Säulen an. Hier werden optimale Rüttlerfrequenz, Absenkgeschwindigkeit und Schotterzugabe ermittelt. Die Abnahme erfolgt mittels Lastplattendruckversuch auf der Säule und Rammsondierung im Zwischenfeld, dokumentiert in einem QS-Bericht, den wir als Bestandteil der Bauakte übergeben.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Bemessung und Ausführung von Schottersäulen in Rostock?
Die Kosten für Planung und Ausführung von Schottersäulen liegen in Rostock je nach Tiefe, Raster und Zugänglichkeit zwischen €1.410 und €4.510 pro Säule. Die reine geotechnische Bemessung und Planung (ohne Ausführung) bewegt sich in einem Rahmen von €1.410 bis €4.510 als Pauschalhonorar, abhängig vom Umfang der erforderlichen Zusatzuntersuchungen wie CPT oder Rammsondierung.
Bis zu welcher Tiefe können Schottersäulen in Rostocker Böden hergestellt werden?
Mit unseren Tiefenrüttlern erreichen wir in den holozänen Weichschichten Rostocks Tiefen bis etwa 15 Meter. Entscheidend ist, dass die Säule mindestens 0,5 Meter in den tragfähigen Geschiebemergel einbindet. Bei größeren Mächtigkeiten der Weichschicht über 15 Metern prüfen wir alternative Verfahren wie die Kombination mit einer Tiefgründung auf Pfählen.
Welche Schotterqualität wird für die Säulen verwendet?
Wir verwenden ausschließlich Hartgesteinsschotter der Körnung 32/56 oder 40/80 mm mit einem Feinkornanteil unter 5 %. Das Material muss frostbeständig, raumbeständig und kalkfrei sein – in Mecklenburg-Vorpommern setzen wir meist Granit- oder Diabas-Schotter aus skandinavischen Steinbrüchen ein. Die Qualität wird durch Lieferscheine und eine Eingangskontrolle auf der Baustelle dokumentiert.
Wie lange dauert die Herstellung von Schottersäulen für ein Einfamilienhaus?
Für ein typisches Einfamilienhaus in Rostock mit 20 bis 30 Säulen rechnen wir mit einer reinen Rüttelzeit von zwei bis drei Tagen, zuzüglich einem Tag für das Probefeld und die QS-Prüfungen. Insgesamt ist die Baugrundverbesserung in einer Arbeitswoche abgeschlossen, vorausgesetzt die Baustelle ist für den 40-Tonnen-Seilbagger ausreichend befestigt.
Ist das Verfahren auch bei hohem Grundwasserstand an der Warnow geeignet?
Ja, das Rüttelstopfverfahren funktioniert auch bei hohem Grundwasser, wie es in ufernahen Lagen Rostocks typisch ist. Entscheidend ist, dass wir mit einer Wasserspülung arbeiten, die den Rüttler kühlt und das Bohrloch stabilisiert. Der entstehende Wasser-Schotter-Brei wird kontrolliert abgepumpt und in Absetzbecken geklärt. Bei extrem sensitiven Böden steuern wir die Wasserzugabe reduziert, um ein Ausspülen von Feinteilen zu vermeiden.