Der Untergrund Rostocks ist ein geotechnisches Mosaik. Wer zwischen Reutershagen und der Kröpeliner-Tor-Vorstadt eine Tunnelstrecke plant, merkt schnell: Im Westen dominieren sandig-kiesige Geschiebemergel der Weichsel-Kaltzeit, während Richtung Warnowufer holozäne Beckensedimente mit organischen Mudden und Torflinsen anstehen. Die Tragfähigkeit unterscheidet sich auf wenigen hundert Metern dramatisch. Eine seriöse geotechnische Untersuchung muss diese Übergänge präzise auflösen. Wir führen die Analyse mit kombinierten Erkundungsverfahren durch, die den Baugrund Rostocks in seiner ganzen Heterogenität abbilden. Die weichen, setzungsempfindlichen Horizonte erfordern ein Vorgehen, das weit über Standard-Sondierungen hinausgeht. Unser Labor ist nach DIN EN ISO 17892 akkreditiert und liefert die Kennwerte, die der Tunnelstatiker für realitätsnahe FE-Modelle braucht.
In Rostocks Warnow-Niederung entscheidet die Qualität der Sonderproben über die Sicherheit der Ortsbrust.
Leistungsmerkmale in Rostock

Kritische Bodenfaktoren in Rostock
Die erste geschlossene Tunnelbauweise Rostocks geht auf die späten 1930er Jahre zurück, als unter der Altstadt Versorgungsstollen in den schwierigen Warnow-Tonen vorgetrieben wurden. Diese historische Erfahrung zeigt: Ohne lückenlose geotechnische Analyse für Tunnel in weichem Boden drohen Verformungen, die binnen Stunden auf die historische Bausubstanz durchschlagen. Die größten Risiken liegen in der geringen Stützdruckreserve der Ortsbrust und in Konsolidierungssetzungen unterhalb benachbarter Gründungen. In der Kröpeliner Straße oder nahe dem Rathaus können Setzungsmulden von wenigen Zentimetern massive Schäden an der Backsteingotik verursachen. Unsere Analyse liefert die Eingangswerte für eine realistische Setzungsprognose nach Peck (1969) und für eine numerische Simulation der Bauwerksinteraktion. Zusätzlich bewerten wir das Potenzial von Schrumpfquellungen beim Austrocknen der Tone während der Bauphase.
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Unsere Leistungen
Der Umfang der geotechnischen Analyse für Tunnel in weichem Boden in Rostock richtet sich nach der Tunnelklasse und den angetroffenen Baugrundrisiken. Wir gliedern die Leistungen in drei aufeinander aufbauende Pakete:
Vorerkundung & Baugrundmodell
Auswertung von Archivbohrungen, erste Sondierkampagne mit CPT und Rammkernsondierungen. Aufbau eines stratigraphischen 3D-Modells der quartären Weichschichten mit Abgrenzung der organischen Lagen.
Laborversuche & Kennwertermittlung
Triaxialversuche (CU, CD), Ödometerversuche zur Steifigkeit, Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenzen nach Atterberg. Ermittlung der charakteristischen Werte für den Grenzzustand GZ 1B und GZ 2.
Ortsbruststabilität & Setzungsprognose
Analytische Berechnung der erforderlichen Stützdrücke (Anagnostou & Kovári), numerische FE-Simulation der Boden-Bauwerks-Interaktion mit PLAXIS 2D/3D. Prognose der oberflächennahen Setzungen und deren Auswirkung auf Rostocks Altstadtbebauung.
Häufig gestellte Fragen
Welche Besonderheiten hat der Baugrund Rostocks für den Tunnelbau?
Die Stadt liegt an der Grenze zwischen der mecklenburgischen Grundmoränenplatte und dem Urstromtal der Warnow. Unter geringmächtigen Auffüllungen folgen oft mehrere Meter mächtige, sehr weiche Beckentone und -mudden mit organischen Beimengungen. Diese Schichten sind extrem setzungsempfindlich und neigen bei Wasserzutritt zu Konsistenzverlust. Erst darunter steht tragfähiger Geschiebemergel an.
Mit welchen Kosten muss ich für eine geotechnische Analyse eines Tunnels in weichem Boden rechnen?
Für eine belastbare geotechnische Analyse in Rostocks Weichschichten sollten Sie je nach Umfang der Feld- und Laborversuche mit einem Budget zwischen €3.600 und €16.580 rechnen. Der Preis hängt von der Anzahl der Sondierpunkte, der Bohrtiefe und dem erforderlichen Versuchsprogramm im Labor ab.
Wie vermeiden Sie Setzungsschäden an Rostocks historischen Gebäuden?
Durch eine Kombination aus konservativer Kennwertermittlung und wirklichkeitsnaher numerischer Simulation. Wir berechnen die Setzungsmulde mit verformungsabhängigen Steifigkeiten und gleichen die Prognose mit den zulässigen Verformungen der angrenzenden Bauwerke ab. Daraus leiten wir Empfehlungen für den Stützdruck und ggf. für Kompensationsinjektionen ab.
Welche Normen gelten für die Laborversuche?
Sämtliche Laborversuche werden nach der europäischen Normenreihe DIN EN ISO 17892 durchgeführt. Die Klassifikation der Bodenproben erfolgt nach DIN EN ISO 14688. Die Bemessung selbst stützt sich auf Eurocode 7 (DIN EN 1997-1), ergänzt durch die spezifischen Empfehlungen des DGGT-Arbeitskreises Tunnelbau für maschinelle Schildvortriebe.