Auf einer Logistikfläche im Überseehafen Rostock zeigte sich das typische Problem: Nach zwei Wintern hatten sich die Betonplatten an den Rändern um mehrere Millimeter gesetzt, und die Fugen liefen voll Wasser. Der Baugrund unter der starren Fahrbahn war ein Geschiebemergel mit eingelagerten Sandlinsen – steif genug für die Lasten, aber ungleichmäßig drainiert. Unsere Aufgabe war es, den Schichtaufbau neu zu dimensionieren, sodass die Platte die 11-Tonnen-Achslasten der Reachstacker dauerhaft aufnehmen kann, ohne dass Frosthebungen die Ebenheit zerstören. In Rostock mit seinen 209.000 Einwohnern und der exponierten Lage an der Warnow-Mündung ist das kein Randthema: Die Kombination aus maritimem Klima, bindigen Böden und hoher Verkehrsdichte auf Gewerbeflächen macht die Bemessung starrer Fahrbahnen zu einer geotechnischen Planungsaufgabe, bei der man den Untergrund genau kennen muss. Wer hier nur nach Katalogwerten geht, holt sich die Mängel in den ersten Frostzyklus.
In Rostock bestimmt der Ev2-Wert auf dem Planum, ob die starre Fahrbahn drei oder dreißig Jahre hält – der Plattendruckversuch ist hier keine Formalie, sondern die wirtschaftliche Entscheidungsgrundlage.
Leistungsmerkmale in Rostock

Kritische Bodenfaktoren in Rostock
Auf der Baustelle setzen wir den Lastplattendruckversuch mit einem 300-mm-Teller und einem hydraulischen Gegengewicht ein – meist ein Bagger oder ein beladener Lkw, der die 16 Tonnen Reaktionslast aufbringt. Der kritische Moment ist die zweite Belastungsstufe auf ungebundener Tragschicht: Wenn das Setzungsdiagramm bei 0,25 MN/m² abknickt, weil eine lokale Schwachstelle im Rostocker Mergel nachgibt, muss die Schichtdicke erhöht oder das Material ausgetauscht werden. Das größte Risiko bei starrer Fahrbahn ist nicht die Tragfähigkeit an sich, sondern die kombinierte Wirkung aus Frosthebung und darauffolgender Eisschmelze im Frühjahr – die Warnow-Region durchläuft jedes Jahr 45 bis 60 Frost-Tau-Wechsel, was die Kornstruktur unter der Platte auflockert und Hohlräume schafft. Ohne ein funktionierendes Drainagesystem, das das Niederschlagswasser aus der Frostzone ableitet, entstehen Pumpbewegungen unter den Fugen, die den Beton innerhalb weniger Jahre ausbrechen lassen. Deshalb prüfen wir die Wasserdurchlässigkeit der Frostschutzschicht mit einem in-situ Durchlässigkeitsversuch, bevor der Beton eingebaut wird, und korrigieren die Sieblinie, falls der kf-Wert unter 1 × 10⁻⁵ m/s liegt.
Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?
Antwort innerhalb von 24h.
Unsere Leistungen
Unsere Labor- und Feldversuche für die Bemessung starrer Fahrbahnen in Rostock decken den gesamten Prozess ab – von der Baugrunderkundung bis zur Abnahmeprüfung der fertigen Platte. Wir arbeiten mit zertifizierten Prüfverfahren nach RAP Stra und liefern die Kennwerte, die der Tragwerksplaner für die Eingabe in FE-Plattenprogramme wie AWDSTAKO oder FEMME braucht.
Plattendruckversuche Ev2/Evd
Statische und dynamische Lastplattendruckversuche auf Planum, Frostschutzschicht und Tragschicht. Wir ermitteln den Verformungsmodul Ev2 und das Verhältnis Ev2/Ev1 direkt auf Ihrer Baustelle im Rostocker Stadtgebiet.
Bettungsmodul und Plattenbiegezug
Laboruntersuchung des Bettungsmoduls k nach DIN 18134 und Bestimmung der Biegezugfestigkeit des Betons (C30/37, C35/45) zur Eingabe in die Dimensionierung.
Frostsicherheitsnachweis
Klassifikation des Bodens nach Frostempfindlichkeit (F1–F3) gemäß ZTV E-StB, kombiniert mit Sieblinienanalyse und kf-Wert-Bestimmung der Frostschutzschicht.
Fugenmonitoring und Ebenheitskontrolle
Messung der Fugenbewegung mit Setzdehnungsmessern und Kontrolle der Ebenheit nach 4-m-Richtlatte (TP Eben-Beton), um Längsebenheit über die Nutzungsdauer zu dokumentieren.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Bemessung starrer Fahrbahnen für eine Industriefläche in Rostock?
Die Kosten für die geotechnische Untersuchung und Bemessung einer starren Fahrbahn hängen von der Flächengröße und der Anzahl der Prüfpunkte ab. Für eine Fläche zwischen 800 und 2.500 m² bewegt sich der Aufwand im Bereich von €1.650 bis €5.770, inklusive Baugrundaufschlüssen, Lastplattendruckversuchen und dem statischen Nachweis nach RStO. Größere Projekte mit mehreren Bauklassen oder ungünstigen Bodenverhältnissen erfordern eine detaillierte Angebotskalkulation.
Welche Bauklasse nach RStO gilt für Gabelstaplerverkehr in einer Logistikhalle?
Für Flurförderzeuge wie Gabelstapler mit Achslasten von 8 bis 12 Tonnen wird in der Regel die Bauklasse Bk100 oder höher angesetzt, was einer äquivalenten 10-t-Achslast entspricht. Die Bemessung erfolgt dann nach Tafel 2 der RStO für starre Fahrbahnen mit einer Betonplattendicke von mindestens 260 mm. Entscheidend ist die Lastverteilung über die Reifen: Luftreifen erzeugen eine geringere Plattenbeanspruchung als Vollgummireifen, was wir im Bemessungsmodell berücksichtigen.
Wie wird die Frostsicherheit der Fahrbahn in Küstennähe nachgewiesen?
In der Rostocker Region mit 45 bis 60 Frost-Tau-Wechseln pro Jahr führen wir den Frostsicherheitsnachweis nach ZTV E-StB. Dazu klassifizieren wir den anstehenden Boden im Labor in die Frostempfindlichkeitsklassen F1 bis F3 und legen die Dicke der Frostschutzschicht so fest, dass die Frostfront nicht in den frostempfindlichen Untergrund eindringt. Bei Geschiebemergel (F3) ist eine Frostschutzschicht von mindestens 55 cm erforderlich, ergänzt durch eine funktionierende Dränage, die wir mit in-situ Durchlässigkeitsversuchen überprüfen.