Vor zwei Jahren standen wir vor einem Wohnblockprojekt nahe der Warnow. Der Baugrund sah auf den ersten Blick solide aus, doch die Bohrkerne zeigten feinsandige, wassergesättigte Schichten in nur drei Metern Tiefe. In Rostock, mit seinen holozänen Küstenablagerungen und Flusssanden, ist das kein Einzelfall. Die Bodenverflüssigungsanalyse ist hier kein theoretisches Risiko, sondern eine Notwendigkeit, die das Tragwerkskonzept grundlegend bestimmt. Wir kombinieren dabei Feldversuche mit dem CPT-Versuch zur lückenlosen Schichtaufnahme und der Korngrößenanalyse im Labor, um das Verflüssigungspotenzial exakt nach DIN EN 1998-5 zu bewerten. Die Hansestadt mit rund 210.000 Einwohnern wächst, und jedes neue Bauwerk in den flussnahen Quartieren braucht diese standortbezogene Untersuchung.
Verflüssigung tritt nicht nur bei starken Beben auf – in Rostock reichen schon die Schwingungen einer Großramme in locker gelagerten Warnow-Sanden.
Leistungsmerkmale in Rostock

Kritische Bodenfaktoren in Rostock
Die Unterschiede im Rostocker Stadtgebiet sind markant. In Reutershagen steht oft tragfähiger Geschiebemergel an, während man in Warnemünde oder entlang des Stadthafens schon bei zwei Metern Tiefe auf locker gelagerte, wassergesättigte Sande trifft. Das Risiko einer Bodenverflüssigkeitsanalyse zu ignorieren, bedeutet hier im Extremfall Setzungen von mehreren Dezimetern bei Erschütterung. Wir sehen regelmäßig, dass selbst kleinere Erweiterungsbauten ohne diese Untersuchung in den sensiblen Bereichen der Warnowniederung genehmigungsrechtliche Probleme bekommen. Der Grundwasserstand spielt dabei eine zentrale Rolle – er liegt in weiten Teilen Rostocks nur knapp unter der Geländeoberkante und reagiert schnell auf Witterung. Eine belastbare Analyse schützt vor diesem unkalkulierbaren Verformungsrisiko.
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Unsere Leistungen
Unser Team begleitet Ihr Bauvorhaben in Rostock von der ersten Baugrundsondierung bis zur rechnerischen Nachweisführung. Die Leistungen sind auf die lokalen geologischen Herausforderungen abgestimmt:
Standortbezogene Verflüssigungsbewertung
Kombination aus CPT-Sondierungen und Laborversuchen zur Bestimmung des zyklischen Scherwiderstands für jedes Bauprojekt in der Warnow-Region.
Dynamische Triaxialversuche
Ungestörte Probenentnahme und zyklische Triaxialprüfung zur direkten Ermittlung des Porenwasserdruckverhaltens unter Erdbebenlast.
Baugrundverbesserung bei Verflüssigungsrisiko
Planung und Kontrolle von Rütteldruckverdichtung oder Stopfsäulen, wenn die Bodenverflüssigungsanalyse kritische Schichten identifiziert.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine Bodenverflüssigungsanalyse in Rostock bei jedem Bauvorhaben Pflicht?
Nicht bei jedem, aber bei Bauwerken der geotechnischen Klasse 2 und 3 in den potenziell verflüssigungsgefährdeten Zonen. Besonders relevant ist sie in den Quartieren entlang der Warnow und in Küstennähe, wo die Baugrundkarte holozäne Sande ausweist. Das Bauordnungsamt fordert den Nachweis oft als Teil des Baugrundgutachtens.
Welche Bodenarten in Rostock sind besonders anfällig für Verflüssigung?
Hauptsächlich die locker gelagerten, wassergesättigten Fein- und Mittelsande der Warnowniederung. Auch schluffige Sande mit geringem Feinkornanteil können betroffen sein. Der tragfähige Geschiebemergel, der in höher gelegenen Stadtteilen wie Reutershagen ansteht, ist dagegen unkritisch.
Wie lange dauert die Auswertung einer Verflüssigungsanalyse?
Die Feldarbeit mit CPT-Sondierung und Probenentnahme ist meist in zwei Tagen abgeschlossen. Die Laborversuche, insbesondere der zyklische Triaxialversuch, benötigen etwa drei Wochen. Das vollständige Gutachten mit rechnerischem Nachweis liegt dann nach vier Wochen vor.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Bodenverflüssigungsanalyse in Rostock rechnen?
Der Preisrahmen liegt typischerweise zwischen €1.990 und €3.480, abhängig von der erforderlichen Tiefe und der Anzahl der Prüfhorizonte. Die Spanne deckt CPT-Sondierung, Laboranalyse und den rechnerischen Nachweis ab.
Reicht eine einfache SPT-Bohrung zur Beurteilung der Verflüssigungsgefahr aus?
SPT-Daten können erste Hinweise geben, sind aber für einen belastbaren Nachweis nach DIN EN 1998-5 oft nicht ausreichend. Wir empfehlen die Kombination mit CPT-Messungen für ein kontinuierliches Schichtprofil und ungestörte Proben für die Laborversuche zur direkten Bestimmung des zyklischen Verhaltens.