Wer in Rostock baut, begegnet schnell den extremen Unterschieden zwischen den tragfähigen Geschiebemergeln der Rostocker Heide im Nordosten und den weicheren, teilweise organischen Schichten entlang des Warnow-Urstromtals. Während in Warnemünde oft verdichtete Sande anstehen, die auf den ersten Blick unproblematisch wirken, zeigen sich im südlichen Stadtgebiet um Reutershagen immer wieder Beckenschluffe und Mudden, deren Scherfestigkeit ohne einen wirklichkeitsnahen Triaxialversuch kaum korrekt einzuschätzen ist. Ein reiner Rahmenscherversuch stößt hier schnell an seine Grenzen, weil er die realen Spannungsverhältnisse in mehreren Metern Tiefe nicht abbilden kann. Deshalb setzen wir auf den konsolidierten, undrainierten Versuch (CU), der uns erlaubt, den Porenwasserdruckaufbau in diesen gering durchlässigen Sedimenten zu messen und daraus effektive Spannungspfade für die spätere Gründungsberechnung abzuleiten. Ergänzend kann eine Korngrößenanalyse helfen, das Drainageverhalten der anstehenden Schichten schon vor der Probenvorbereitung besser zu verstehen.
Ein gut gefahrener Triaxialversuch liefert nicht nur Kohäsion und Reibungswinkel, sondern erzählt die Spannungsgeschichte des Rostocker Bodens.
Leistungsmerkmale in Rostock

Kritische Bodenfaktoren in Rostock
Rostock liegt mit etwa 210.000 Einwohnern in einer seismisch moderaten Zone, doch die größere Gefahr für die Standsicherheit geht von den variierenden Wasserständen der Warnow und den eingelagerten Beckenschluffen mit Konsistenzzahlen nahe der Fließgrenze aus. Unterschätzt man die undrainierte Scherfestigkeit dieser Schichten, kann es beim Aushub von Baugruben oder beim Aufbringen von Dammschüttungen zu Grundbrüchen kommen, die sich im schlechtesten Fall schlagartig und ohne Vorankündigung einstellen. Gerade im Bereich der Rostocker Niederung, wo die quartäre Schichtenfolge oft erst in Tiefen von 8 bis 15 Metern tragfähigen Mergel erreicht, liefert der Triaxialversuch die entscheidende Sicherheit: Er bildet das Verformungsverhalten unter den tatsächlichen Auflast- und Wasserdruckbedingungen ab, die ein einfacher Flügelsondierung oder ein Eindimensionalversuch nicht annähernd simulieren kann. Die gewonnenen effektiven Spannungspfade fließen direkt in FE-Modelle ein, mit denen wir die Hebung von Baugrubensohlen oder die Verformung von Böschungen vorhersagen, lange bevor die Baustelle eingerichtet ist.
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Unsere Leistungen
Unser Labor in Rostock bietet über den reinen Versuchsablauf hinaus eine komplette Bearbeitungskette für triaxiale Scherversuche an, die auf die regionalen Baugrundverhältnisse zugeschnitten ist:
Konsolidierter, undrainierter Triaxialversuch (CU) mit Porenwasserdruckmessung
Ermittlung der effektiven Scherparameter φ' und c' sowie des undrainierten Verformungsverhaltens. Unverzichtbar für Standsicherheitsnachweise in gering durchlässigen Rostocker Beckenschluffen und Geschiebemergeln.
Spannungsweg-gesteuerte Triaxialversuche
Nachbildung realer Bauabläufe wie Aushubentlastung oder Dammschüttung durch vorgegebene Spannungspfade. Erlaubt die Prognose von Setzungen und Porenwasserdruckänderungen für innerstädtische Baugruben nahe Bestandsbebauung.
Triaxialversuche mit lokaler Dehnungsmessung
Einsatz von On-Specimen-Dehnungsaufnehmern zur Erfassung der tatsächlichen Steifigkeit bei kleinen Dehnungen. Relevant für die Kalibrierung von Stoffmodellen wie Hardening Soil Small, die in der numerischen Simulation von Gründungen am Warnowufer verwendet werden.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Triaxialversuch in Rostock?
Die Kosten für einen konsolidierten, undrainierten Triaxialversuch (CU) mit Porenwasserdruckmessung liegen hier je nach Probenvorbereitung und Anzahl der Stufen zwischen 1.630 € und 2.820 €. Der Preis variiert mit dem Durchmesser des Prüfkörpers und dem Aufwand für die Sättigung sehr steifer oder weicher Proben.
Wann ist ein CU-Test notwendig und wann reicht ein UU-Test?
Ein UU-Test liefert eine schnelle Abschätzung der undrainierten Kohäsion cu, ist aber für Rostocker Beckenschluffe mit Konsolidierungsvorgeschichte oft zu konservativ. Sobald Setzungen oder die zeitliche Entwicklung des Porenwasserdrucks bewertet werden müssen, führt kein Weg am CU-Test vorbei, weil nur er die effektiven Spannungen und damit die tatsächliche Sicherheit abbildet.
Wie werden die Proben für den Triaxialversuch entnommen?
Die Entnahme erfolgt als ungestörter Zylinder aus Schürfgruben oder Kernbohrungen mittels dünnwandiger Stahlentnahmerohre nach DIN EN ISO 22475-1. In Rostock kombinieren wir das oft mit einer Schürfgrube in geringer Tiefe, um den Wassergehalt während des Transports ins Labor stabil zu halten.
Wie lange dauert ein kompletter Triaxialversuch?
Die reine Versuchsdauer beträgt je nach Konsolidationsverhalten und Durchlässigkeit des Bodens zwischen einer und drei Wochen. Hinzu kommt die Zeit für die Probenvorbereitung und die Sättigung. Bei sehr gering durchlässigen Tonen aus dem Warnow-Urstromtal kann allein der Sättigungsprozess mehrere Tage in Anspruch nehmen.