Ein häufiger Fehler in der Rostocker Baupraxis ist die Annahme eines einheitlichen Durchlässigkeitsbeiwerts auf Basis von Laborversuchen an gestörten Proben. Die glazial geprägten Böden der Warnow-Region – oft eine Wechsellagerung von Geschiebemergel, Schmelzwassersanden und Beckenschluffen – lassen sich im Labor kaum repräsentativ abbilden. Ein Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc oder Lugeon liefert den maßgebenden kf-Wert direkt im anstehenden Untergrund. In Rostock mit seinen 210.000 Einwohnern und dem stetigen Ausbau des Küstenschutzes sowie der Hafeninfrastruktur ist diese In-situ-Prüfung für jede realistische Wasserhaltungsplanung unverzichtbar. Ergänzend zur direkten Durchlässigkeitsmessung kann bei komplexen Schichtfolgen eine Korngrößenanalyse die hydraulische Charakterisierung absichern.
Die In-situ-Messung der Wasserdurchlässigkeit ist in glazial überprägten Böden der einzige Weg, um Drainage- und Wasserhaltungskosten sicher zu kalkulieren.
Leistungsmerkmale in Rostock

Kritische Bodenfaktoren in Rostock
Rostock liegt im Bereich der Norddeutschen Tiefebene mit quartären Lockergesteinsmächtigkeiten von stellenweise über 100 Metern. Die Stadt verzeichnet jährlich rund 590 mm Niederschlag, und der mittlere Grundwasserflurabstand kann in den Warnow-Niederungen unter 1,5 m sinken. Eine fehlerhafte Abschätzung der Gebirgsdurchlässigkeit führt in solchen Verhältnissen schnell zu vernässten Baugruben, Auftriebsproblemen oder unbrauchbaren Versickerungsmulden. Besonders tückisch sind eingelagerte Sandlinsen im Geschiebemergel: Sie wirken als Wasserwegsamkeiten, die mit Laborproben kaum erfasst werden. Ein Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc deckt diese Heterogenitäten zuverlässig auf. Für tiefere Felshorizonte, etwa bei Kaianlagen am Breitling, liefert der Lugeon-Versuch die erforderlichen Kennwerte zur Abdichtung und Injektionsplanung.
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Unsere Leistungen
Unser Prüfspektrum umfasst die Ermittlung der Wasserdurchlässigkeit für unterschiedliche Bauaufgaben in Rostock und Mecklenburg-Vorpommern.
Lefranc-Versuch im Lockergestein
Direkte kf-Wert-Bestimmung in Sanden, Kiesen und Schluffen oberhalb des Grundwassers. Einsetzbar für Versickerungsgutachten nach DWA-A 138 und zur Dimensionierung von Wasserhaltungen.
Lugeon-Test im Festgestein
Wasserabpressversuch im geklüfteten Fels oder stark konsolidierten Mergelstein. Liefert den Lugeon-Wert zur Beurteilung von Injektionserfordernissen bei Dichtsohlen und Dammgründungen.
Kombinierte Packer-Tests
Mehrere Prüfabschnitte in einer Bohrung mittels Einfach- oder Doppelpacker. Ideal bei Wechsellagerungen, wie sie in der Rostocker Jungmoränenlandschaft häufig auftreten.
Auswertung und hydrogeologisches Gutachten
Zusammenstellung der kf-Werte, Druckdiagramme und Fließraten in einem prüffähigen Bericht. Inklusive Angabe des Bemessungs-kf-Werts für die weitere Planung durch das Baugrundlabor.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Rostock?
Die Kosten für einen Lefranc- oder Lugeon-Versuch in Rostock liegen je nach Tiefe, Anzahl der Prüfabschnitte und Packer-System zwischen €520 und €960 pro Prüfhorizont. Die Mobilisierung des Bohrgeräts ist darin noch nicht enthalten, da diese meist im Rahmen des gesamten Erkundungsprogramms erfolgt.
Wann ist ein Lefranc-Versuch einem Laborversuch vorzuziehen?
Immer dann, wenn die Bodenstruktur erhalten bleiben muss. Geschiebemergel mit Sandlinsen oder klüftiger Kalkstein lassen sich im Labor nicht ungestört beproben. Der Lefranc-Versuch misst die Durchlässigkeit des Gebirges im Verbund, inklusive aller Trennflächen und Wasserwegsamkeiten.
Wie viele Versuche brauche ich für ein Versickerungsgutachten?
Nach DWA-A 138 sind mindestens ein bis zwei Versuche pro homogener Bodeneinheit erforderlich. Bei heterogenem Untergrund, wie er in Rostock durch glaziale Vorgänge typisch ist, empfehlen wir mindestens drei Prüfabschnitte in unterschiedlichen Tiefen, um die Streuung der kf-Werte statistisch belastbar zu erfassen.