Der stetige Wechsel zwischen dem sandigen Küstenstreifen und den bindigen Geschiebeböden im Hinterland prägt die Arbeit in Rostock. Wir sehen immer wieder, wie Hangwasser aus der oberen Grundmoräne Böschungen destabilisiert, bevor überhaupt die erste Baugrube ausgehoben ist. Eine Böschungsstabilitätsanalyse ist deshalb nie reine Routine, sondern muss die lokale Schichtenabfolge – oft ein Wechsel aus Mergel, Sandlinsen und Beckenschluffen – exakt abbilden. In unserer Erfahrung liegt der kritischste Punkt meist im Übergang von durchlässigen zu bindigen Lagen, wo sich Sickerwasser staut. Gerade im Rostocker Stadtgebiet mit seinen Höhenrücken um Reutershagen und den Niederungen entlang der Warnow reagiert jeder Einschnitt anders. Unser Team begleitet die Standsicherheitsbewertung von der ersten Kernbohrung bis zum rechnerischen Nachweis nach Eurocode 7 und liefert belastbare Parameter für den Endzustand und die Bauphase.
Die Scherfestigkeit des Geschiebemergels fällt bei Wasserzutritt schneller ab, als viele Standardannahmen vermuten lassen.
Leistungsmerkmale in Rostock

Kritische Bodenfaktoren in Rostock
Die Risikoprofile zwischen einer Böschung in Warnemünde und einem Einschnitt in der Rostocker Heide sind fundamental verschieden. In Warnemünde kämpfen wir mit locker gelagerten holozänen Sanden, die bei Wasseranstieg zur hydraulischen Instabilität neigen und schon bei geringer Auflast fließen können. In der Rostocker Heide dagegen dominieren die bindigen Mergelböden, deren Gefahr in der Tiefenverwitterung und der Bildung von Gleitflächen in fossilem Boden liegt. Dazwischen liegen die innerstädtischen Lagen wie die Kröpeliner-Tor-Vorstadt, wo anthropogene Auffüllungen die Prognose erschweren. Eine Böschungsstabilitätsanalyse in Rostock muss diese kleinräumigen Wechsel zwingend berücksichtigen, denn ein Versagen kündigt sich selten durch große Setzungen an – meist kommt der Bruch schlagartig nach Starkregen.
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Unsere Leistungen
Unsere geotechnische Begleitung deckt die gesamte Kette vom Feldaufschluss bis zur statischen Nachweisführung ab. Wir arbeiten mit akkreditierten Laboren für die Bodenmechanik und setzen bei komplexer Geometrie auf numerische Simulationen.
Standsicherheitsberechnung für natürliche Hänge und Baugruben
Analytische und numerische Berechnung mit Lamellenverfahren (Bishop, Janbu) und FE-Methoden. Wir ermitteln den Ausnutzungsgrad für jede Bauphase und geben konkrete Empfehlungen zur Böschungsneigung und Entwässerung.
Baugrunduntersuchung und Laborversuche für Böschungen
Kernbohrungen, Rammsondierungen und Flügelscherversuche zur Bestimmung der Scherparameter. Laboranalysen nach DIN EN ISO 17892 für Rahmenscherversuch und Triaxialversuch liefern die Eingangswerte für die Standsicherheitsmodelle.
Häufig gestellte Fragen
Wann ist in Rostock eine Böschungsstabilitätsanalyse erforderlich?
Immer wenn ein Geländeeinschnitt tiefer als 2 Meter geplant ist oder bestehende Hänge bebaut werden. Die Rostocker Baugrundverordnung und die DIN 4124 verlangen einen rechnerischen Nachweis, sobald die Standsicherheit nicht offensichtlich gegeben ist – das betrifft praktisch jede Baugrube im Geschiebemergel.
Welche Bodenparameter sind in Rostock entscheidend für die Analyse?
Der wirksame Reibungswinkel und die Kohäsion des Geschiebemergels dominieren die Berechnung. Entscheidend ist, ob drainierte oder undrainierte Bedingungen angesetzt werden – das hängt vom Wasserzutritt ab. Die Sandlinsen im Mergel erfordern zudem eine gesonderte Betrachtung der Porenwasserdruckverteilung.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Böschungsstabilitätsanalyse rechnen?
Je nach Umfang der Felduntersuchungen und Komplexität des Geländemodells liegt der Aufwand zwischen 1.250 € für einen einfachen Nachweis und 3.460 € für eine vollständige Analyse mit numerischer Simulation und Bauphasenberechnung. Mehr Info.