Die Ostseeküste prägt Rostocks Untergrund. Feine Beckentone und Geschiebemergel wechseln sich ab. Die Nähe zur Warnow bringt schwankende Grundwasserstände. Das verändert die Konsistenz bindiger Böden schnell. Ein Ton kann nach Regenfällen weich werden. Im Sommer schrumpft er. Die Atterberg-Grenzen sind hier mehr als eine Laborroutine. Sie zeigen, wie der Boden auf Wasser reagiert. Für Baugrundgutachten in Reutershagen oder Warnemünde sind sie Pflicht. Niemand will Setzungsrisse im Neubau. Vor der Bebauung der letzten Lücken im Stadtzentrum lohnt ein genauer Blick auf die Plastizität. Kombiniert mit einer Korngrößenanalyse entsteht das vollständige Bild des Feinkornanteils. Erst die Fließ- und Ausrollgrenze machen das Verformungspotenzial sichtbar. Unser Labor wertet diese Kennziffern für jede Baumaßnahme aus.
Die Plastizitätszahl Ip trennt den Ton vom Schluff – im Rostocker Geschiebemergel oft die entscheidende Frage für die Frostsicherheit.
Leistungsmerkmale in Rostock

Kritische Bodenfaktoren in Rostock
Ein Mehrfamilienhaus im Stadthafen. Die Baugrube steht. Der Boden darunter ist Klei. Die Pfähle sind gesetzt. Doch eine Woche Starkregen genügt. Wasser steht in der Grube. Der Klei weicht auf. Die Konsistenz fällt von steif auf weich. Die Mantelreibung der Pfähle bricht ein. Ohne vorherige Prüfung der Atterberg-Grenzen ist die Dimensionierung der Pfahle eine Wette auf gutes Wetter. Die Kombination aus Tideeinfluss und Oberflächenwasser macht die Rostocker Niederung zu einem anspruchsvollen Baugrund. Die Plastizitätszahl zeigt auch die Empfindlichkeit für Frosteinwirkung an. Ein Deichkörper verliert an Stabilität, wenn nicht der richtige Mergel mit passender Plastizität eingebaut wird. Das Laborergebnis ist der einzige Schutz vor diesen bauphysikalischen Kettenreaktionen.
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Unsere Leistungen
Unser Laborprogramm deckt die Konsistenzgrenzen für alle bindigen Bodengruppen ab. Wir liefern Kennwerte für Gründung, Erdbau und Deponiebau.
Fließ- und Ausrollgrenze
Zweipunktmethode oder Mehrpunktverfahren nach DIN 18122-1. Sofortige Einstufung der Plastizität. Basis für die Homogenbereiche nach VOB/C.
Schrumpfgrenze und Konsistenzzahl
Bestimmung der Volumenkonstanz bei Austrocknung. Wichtig für den Deichbau und die Bewertung von Schrumpfspannungen unter Fundamenten.
Plastizitätskarte und Frostklasse
Eintragung in das Diagramm nach Casagrande. Ableitung der Frostempfindlichkeitsklasse F1 bis F3. Für Straßenbau und Leitungsgräben im Rostocker Stadtgebiet.
Häufig gestellte Fragen
Was kosten Atterberg-Versuche nach DIN 18122?
Die Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze an einer gestörten Probe liegt im Bereich von 60 bis 100 Euro. Bei ungestörten Proben oder zusätzlicher Schrumpfgrenze steigt der Aufwand leicht. Wir erstellen ein Komplettangebot für alle Laborversuche, die Ihr Baugrundgutachten erfordert.
Wie viel Probenmaterial wird benötigt?
Für die Atterberg-Grenzen reichen etwa 200 Gramm gestörtes Material. Die Probe muss durch ein 0,4-mm-Sieb passen. Bei schwierigen Böden mit Sand und Kies stellen wir die Fraktion im Labor her. Ungestörte Proben für die natürliche Konsistenz entnehmen wir mit Ausstechzylindern.
Warum ist die Plastizität in Rostocker Kleiböden so kritisch?
Der junge Klei nahe der Warnow hat eine extrem hohe Wasserbindefähigkeit. Schon geringe Wassergehaltsänderungen verschieben die Konsistenz stark. Die Atterberg-Grenzen zeigen den Spielraum zwischen flüssig und fest. Das bestimmt die Tragfähigkeit und das Setzungsmaß. Ohne diese Werte tappt man im Dunkeln.
Kann man aus den Atterberg-Grenzen die Frostempfindlichkeit ableiten?
Ja. Mit der Plastizitätszahl und dem Korndurchmesser lässt sich der Boden in die Frostempfindlichkeitsklassen F1 bis F3 nach ZTV E-StB einordnen. Für Baustraßen und Außenanlagen in Rostock ist das relevant, da der Winter in Küstennähe häufig Frost-Tau-Wechsel bringt.