Ein Neubau mit Tiefgarage am Rande der Kröpeliner-Tor-Vorstadt kam ohne Verformungen aus. Der Grund war eine präzise abgestimmte Ankerlage, die wir in den oberflächennah anstehenden Geschiebemergel der letzten Eiszeit einbanden. In Rostock ist der Baugrund selten homogen. Die Warnow hat über Jahrtausende mächtige Beckenschluffe und Torflinsen abgelagert, die in der Innenstadt oft schon ab drei Metern Tiefe anstehen. Bei beengten Platzverhältnissen, wie sie in der Kröpeliner Straße oder am Stadthafen üblich sind, verhindern vorgespannte Litzenanker und passive Verpressanker Schäden an der Nachbarbebauung. Eine Korngrößenanalyse liefert hierfür die unverzichtbare Basis, denn die Mantelreibung des Ankers hängt direkt vom Feinkornanteil ab. Auch der CPT-Versuch ist oft die schnellere Alternative, um den Schichtaufbau lückenlos zu erfassen, bevor wir die Ankerlängen festlegen.
Ein korrekt bemessener Anker nutzt die Scherfestigkeit des Bodens, nicht nur sein Gewicht. Das spart Material und schont die innerstädtische Umgebung.
Leistungsmerkmale in Rostock

Kritische Bodenfaktoren in Rostock
Der Geschiebemergel in Rostock ist ein steifer bis halbfester Boden mit eingelagerten Findlingen. Diese Findlinge können beim Bohren den Bohrstrang blockieren und zu Fehlstellen im Verpresskörper führen. Wir begegnen diesem Risiko mit einer pilotierten Bohrung und einem lückenlosen Verpressprotokoll. In den weichen Beckensedimenten der Warnowniederung ist die Mantelreibung deutlich geringer. Hier versagt ein zu kurz bemessener Anker nicht schlagartig, sondern kriecht langsam. Das ist tückisch. Nach DIN 4125 prüfen wir deshalb jeden Daueranker mit einer Kriechversuchsstrecke über mindestens 15 Minuten. Ein weiteres Problem ist der schwankende Grundwasserspiegel, der in Küstennähe nur 1,5 bis 2 Meter unter Gelände liegt. Wir dimensionieren die freie Stahllänge so, dass die Krafteinleitungsstrecke immer unterhalb des niedrigsten zu erwartenden Wasserstands liegt, um Korrosion und hydraulischen Grundbruch zu vermeiden.
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Unsere Leistungen
Unser technisches Angebot zur Ankerbemessung in Rostock gliedert sich in zwei Kernbereiche, die je nach Projektphase und Baugrundmodell ineinandergreifen.
Bemessung aktiver Litzenanker
Vorgespannte Systeme für rückverankerte Spund- und Bohrpfahlwände. Wir definieren die freie Stahllänge und die Verpressstrecke anhand der lokalen Bodenkennwerte. In Rostock berücksichtigen wir dabei die oft geringe Mantelreibung im Beckenschluff und die Gefahr von Findlingen im Geschiebemergel. Jede Bemessung schließt mit einem Prüfprogramm nach DIN EN 1537 ab.
Passive Verpressanker und Bodennägel
Für Baugruben, die nur geringe Verformungen zulassen, berechnen wir die Tragwirkung passiver Anker. Diese Lösung ist wirtschaftlich bei nachträglichen Unterfangungen in der dichten Bebauung der Rostocker Altstadt. Die Aktivierung erfolgt erst bei Wandbewegung, was eine besonders genaue Verformungsprognose nach der Finite-Elemente-Methode voraussetzt.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet die Bemessung einer Ankeranlage für eine Baugrube in Rostock?
Die statische Bemessung und das Prüfkonzept bewegen sich je nach Anzahl der Ankerlagen und Baugrundkomplexität zwischen €1.040 und €3.710. Einfache Nachweise mit Standardsoftware liegen am unteren Ende, während FE-gestützte Verformungsanalysen mit Kriechversuchsauswertung das obere Ende ausmachen. Hinzu kommen die Baustellenversuche durch ein ausführendes Unternehmen.
Wann setzt man aktive statt passive Anker ein?
Aktive Anker werden vorgespannt und nehmen sofort Last auf. Sie sind die erste Wahl, wenn die Verformung der Baugrubenwand auf unter 10 mm begrenzt werden muss, etwa bei angrenzender historischer Bausubstanz in der Rostocker Innenstadt. Passive Anker sind wirtschaftlicher, wenn geringe Wandverschiebungen toleriert werden können und der Boden ausreichend steif reagiert.
Wie wird die Dauerhaftigkeit der Anker im Rostocker Küstenboden sichergestellt?
Wir schreiben einen Doppelkorrosionsschutz nach Klasse I der DIN EN 1537 vor. Das bedeutet eine werksseitige Kunststoffummantelung des Stahlzugglieds plus eine nachträgliche Zementsteinummantelung durch die Verpressung. Die freie Stahllänge liegt zudem immer unterhalb des korrosiven Grundwasserspiegels, was durch ein lückenloses Verpressprotokoll nachgewiesen wird.
Welche Prüfungen sind bei Verpressankern vorgeschrieben?
Jeder Anker durchläuft eine Eignungsprüfung mit stufenweiser Belastung und Kriechmessung über mindestens 15 Minuten. Bei Dauerankern folgt eine Abnahmeprüfung an mindestens zehn Prozent der Anker. Die Kriterien richten sich nach DIN 4125 und DIN EN 1537. Wir legen im Vorfeld die zulässigen Kriechmaße und Grenztragfähigkeiten für den Rostocker Baugrund fest.